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Autor Thema: Spez. Menschenführung -i Abl. aus betriebl. Personalführ. u. militärischen Führ  (Gelesen 1363 mal)

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Unterthema: Autorität

Wie kommt es dazu, daß einer Person etwas zuwächst, daß ihn befähigt, daß sich andere nach ihm richten?

Zitat von: Wikipedia
Autorität ist im weitesten Sinne eine soziale Positionierung, die einer Institution oder Person zugeschrieben wird und dazu führt, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln  nach ihr richten. Sie entsteht (durch Vereinbarungen oder Herrschaftsbeziehungen) in gesellschaftlichen Prozessen (Lehrer/Schüler, Vorgesetzter/Mitarbeiter) oder durch vorausgehende Erfahrungen (von Entschlusskraft, Kompetenz, Tradition, Charisma  oder Offenbarung).


Im Grunde ist da bereits vieles drin.

Die meissten Werke, die Führung zum Thema haben, kommen an der Grundlage dafür - der Autorität eben - nicht vorbei.
Meisst werden dabei unterschiedliche Quellen dieser Autorität beschrieben, die im Leben aber meisst eine Mischform aus vielen darstellt:

Was aber macht und erhält die Akzeptanz eines Führungsanspruchs?
Betrachten wir mal die Merkmale, auf die sich Autorität gründen kann:

1.) Amtsautorität
Hier wächst der Führungsanspruch mit der Amtsübernahme der Person zu (qua Amt). Landläufig schwächtes aller Merkmale. Kurzgefasst ist das die Autorität des Amtes, die die Person in ihrem Anspruch stützt. Nenn mich Dom, dann mach ich´s Dir. Dauerhaft tragfähig, nur dann, wenn andere Merkmale hinzutreten.
Kann sogar lächerlich wirken, sich darauf zu beziehen, wenn´s nicht unterfüttert ist. "Aber ICH bin doch der DOM (winsel)." Schaurige Vorstellung.
2.) Fachliche Autorität
Die Überlegenheit einer Person gründet sich auf das in einem speziellen Fach notwendige Wissen und eine entsprechende Erfahrung. Die Person kennt sich aus, weiss was zu tun ist, was und wie etwas geht, und weiss es im Zweifel schon besser. IMHO wichtige Grundlage, auch für das Vertrauen in Entscheidungen.
3.) Persönliche Autorität
Charakterliche Eigenschaften, Suveränität, Sicherheit, Ausstrahlung, Charisma und viele weitere mehr fallen hier hinein. DAS sollte man haben und erhalten können.
In Paarbeziehungen auch
Zuneigung, Sympathie, und Liebe. Das zu beurteilen, schaffen viele Frauen in wenigen Sekunden und entzieht sich oft objektiver Kontrolle. Auch die Attraktivität einer Person, die ja nicht zwingend gleichbedeutend ist mit äußerer Schönheit, liegt ja schon sprichwörtlich im Auge des Betrachters und ist ein Grundpfeiler auch in D/s-Beziehungen.
4.) Autorität der körperliche Überlegenheit/ Unmittelbarer Zwang
Kann kurzfristig eine Situation beherschen, muss aber bald von anderen abgelöst werden (und in rechtlich möglichst unbedenklichem Rahmen stattfinden).
Körperliche Strafen sind, wie der Name schon sagt, Strafen mit erzieherischem Charakter und kein Mittel zum Autoritätserhalt. Jemanden "weich" prügeln zu wollen, verhärtet zumindest die Seele. Ich halte sie weitgehend für Kontraproduktiv, da ihre Triebfeder ANGST ist, von der ich glaube, daß sie in Beziehungen keine große Rolle spielen sollte.

Hilfmittel der körperlichen Gewalt, insbesondere bewegungs-, wahrnehmungs- und äußerungsreduzierende Dinge dienen erstaunlicherweise oft eher der Erleichterung von Aufgabenstellungen, nehmen sie doch, richtig eingesetzt bestimmte Handlungsoptionen und lenken damit die willentliche oder unwillkürliche Handlung in die gewünschte Richtung.- - - oder??? Da ist es aber nicht die Autorität des Herrn, die sie stützen, sondern Hemmungen und unerwünschte Impule ser sklavin, die diese überwinden helfen können.

Nebenformen der Autorität können auch in der Verfügungsgewalt über liquide und fixe Mittel bestehen, z.B. auch über Nahrung, Kleidung, Schlüssel, Konten ...

Auch hier sei angemerkt, dass zumindest die Punkte 1 - 3 (ja, wo war´s nur) geklaut sind - aus Bereichen, die mit Beziehungen in dem hier betrachteten Sinne nichts zu tun haben (wollen).

Was ist mit der kontrolle der Ausübung der Macht/Autorität des Herrn?
Dieses Forum z.B. kann glaube ich dafür einen guten Boden bieten und löst ggf. noch ein weiteres Problem:
Wie oben mal erwähnt, glaube ich, dass unkontrollierte Macht "den Charakter versaut". Offizielle Kontrolle jedoch wirft erhebliche, ggf. sogar unlösbare Probleme auf. Wenn man jedoch z.B. beiden Teilen UNZENSIERTEN (wenn schon nicht unbeobachteten) Zugang hier verschafft, können im eigenen Bereich unlösbare Probleme oder Differenzen hier ohne Scheu thematisiert werden - und die Gemeinschaft regelt dann das Übrige, z.B. durch Rat, ggf. durch Tat oder duch den guten alten Gruppendruck anderer erfahrener Mitglieder.

In modernen (militärischen) Gemeinschaften ist es es zwar so, daß die Durchsetzung in einer konkreten Situation zwar von Amt oder Dienstgrad abhängt - man also erst einmal gehorchen muß. Nicht aber, ob jemand Recht hat.

Dafür gibt es den etablierten und gut geschützten Weg der (Wehr-)Beschwerde.

Sie ist an bestimmte Formen und Zeiten gebunden. So darf man sich frühestens nach dem Ablauf einer Nacht (nochmal nachdenken! ;-) ), spätestens 14 Tage nach einem Ereignis beschweren (wenn´s wichtig genug ist, sollte man bis dahin so weit sein.).
Auch der Weg der Bearbeitung ist im Deteil vorgeschrieben. Am Ende gibts eine Bewertung, der - wenn der Beschwerde stattgegeben wird - die Abstellung des Mangels zur Folge hat. Für die Bearbeitung ist der nächsthöhere Vorgesetzte desjenigen zuständig, über den Beschwerde geführt wird.
Die zwar ausgeprägte Machtsituation und ihre Ausübung unterliegt daher einer übergeordneten Kontrolle, die es zwar in D/s-Beziehungen so i.d.R. nicht gibt, von denen man aber Abwandlungen - Freiräume zum "sich aussprechen" oder zum "Frust loslassen" - durchaus etablieren kann und sollte.

LG
Markus
« Letzte Änderung: Mi., 21. Jul 2010, 17:46:35 by MoE »
Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen. (Dieter Reitmeyer)
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)