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  • (Sa., 05. Sep 2009, 16:28:53)
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Autor Thema: Spez. Menschenführung -i Abl. aus betriebl. Personalführ. u. militärischen Führ  (Gelesen 1361 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

HrPeter

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Zu Beginn jeder Begegnung schätzt das menschliche Gehirn die Glaubwürdigkeit des Gegenübers automatisch ein, innerhalb eines Sekundenbruchteils und völlig unbewußt. Der erste Eindruck, ob das Gegenüber voll hinter der Sache steht, ist äußerst wichtig.

Fazit: Wenn ein unmotivierter Herr etwas verlangt, hinter dem er selbst nicht hundertprozentig steht, ist das im Gehirn der potentiellen Sklavin die direkte Aufforderung zum Weghören.
Wenn sie dagegen einen engagierten Herrn trifft und im weiteren Gespräch Vertrauen gewinnt, wird sie Verantwortung abgeben können, bereit sein sich vertrauensvoll fallen zu lassen, das Gehorsamkeitsgefälle zwischen Herrn und Sklavin gerne akzeptieren.

Menschenführung in unserem Kontext - Spezielle Menschenführung - zielt nun darauf, die Sklavin in ihrem Verhalten so zu lenken, dass die von ihrem Herrn gesteckten Ziele erreicht werden.
Unter dem kurzfristigen Aspekt betrachtet, gehört es zu den Aufgaben des Herrn, die Sklavin als Trägerin konkreter Aufgaben zu sehen. Hierdurch wird der Grundstein des Hineinwachsens in ihre künftigen Aufgaben und Funktionen gelegt. Dabei sind ihr jedoch von ihren Neigungen und Anlagen her bestimmte, individuell verschiedene Grenzen gesetzt. Es ist nun die Aufgabe der Speziellen Menschenführung, diese Bereiche zu ermitteln und die Sklavin an ihre optimale Leistungsgrenze heranzuführen. Dabei darf nicht übersehen werden, dass das Verhalten des Herrn vom Verhalten der Sklavin durch Interaktion mit beeinflußt wird.

Ist die Sklavin motiviert, wird sie leichter zu führen sein.
Was aber ist Motivation?

Motivation ist der Beweggrund, der Ursprung zum Handeln, der sich übersetzt in die Bereitschaft persönliche Ziele zu verwirklichen. Führung bedeutet hier, die Ziele des Herrn zu Zielen der Sklavin zu machen.
Motivatoren sind also Triebe und Interessen, die das Verhalten unbewusst im Sinne einer Ziel- und Wunschvorstellung lenken. Die Sklavin kann man nur dann erfolgreich führen, wenn man ihre Neigungen und Interessen kennt und sich mit ihnen auseinandersetzt. Daraus ergibt sich, dass die erfolgreiche Führung nicht über das Einfordern von kurzfristigem Gehorsam, sondern über das Erzeugen von langfristiger Zufriedenheit geschieht.
Neigungen und Interessen lassen sich ziemlich exakt bestimmen. In einführenden Gesprächen ermittelt, lassen sich hier auch individuelle Unterschiede zwischen Herrn und Sklavin erkennen. Diese Unterschiede zumindest anzunähern ist nun die Aufgabe der Speziellen Menschenführung. Ebenso lassen sich so allmählich Tabus abbauen und letztendlich löschen, wenn gewünscht. Hierbei ist zu beachten, das positive Verstärkung nachhaltiger wirkt als reine Bestrafung für Fehlverhalten. Was ist nun Belohnung für Wohlverhalten oder Bestrafung für Fehlverhalten? Je nach Neigung können Schläge auch als Belohnung empfunden werden. Die schlimmste Strafe ist jedoch Ignorieren, nicht etwa harte Schläge.

Das Verhalten der Sklavin wird zu einem Teil von ihren Motiven gesteuert. Diese Motive können auf zweifache Art entstehen. Zum einen können Motive neu erlernt werden, zum anderen können schlummernde Motive durch die Einwirkung der Umgebung aktiviert und in ihrer Wirkung verstärkt werden. Die Beeinflussung der Motive von außen geschieht durch Anreize. Sie führen dazu, dass vorhandene Motive häufiger und intensiver befriedigt werden. Diese Anreize wirken aber nicht auf alle Sklavinnen gleich und müssen deshalb den persönlichen Interessen der zu führenden Sklavin entsprechen. Motiviertes Verhalten erwächst aus dem Zusammenspiel von individuellen Motiven und auslösender Situation.
Stark vereinfachend ist das gezeigte Verhalten das Produkt aus Motivation und Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Motivationspsychologie unterscheidet zwei Gruppen

1. Motive, die nicht durch die Tätigkeit selbst, sondern von äußeren Einflüssen verstärkt werden. Man nennt sie extrinsische Motive (engl. extrinsic = äußerlich, fremd, nicht zugehörig)

2. Motive, die durch die Tätigkeit selbst entstehen oder verstärkt werden. Man nennt sie intrinsische Motive (engl. intrinsic = innerlich, wesentlich)

Ein wichtiges extrinsisches Motiv ist das Geltungsbedürfnis. Im behandelten Zusammenhang spielt auch die Sexualität und die persönlichen Vorlieben eine bedeutende Rolle.
Entscheidender sind aber die intrinsischen Motive in ihrem Einfluss auf das Leistungsverhalten. Hier ist besonders das Kontaktbedürfnis zu nennen. Weiterhin das Streben danach, einem Herrn zu dienen, alle eigenen Sehnsüchte, Sorgen und Probleme auf diesen zu projizieren und in diesem Zusammenhang der Wunsch nach Sinngebung.
Drei zentrale Motivatoren haben Forscher ausgemacht, um die sich alle anderen ansiedeln (aus Sicht der Sklavin):
- Anerkennung (Du bist gut!) Fleiß und Engagement loben, nicht Intelligenz und Fehlerlosigkeit
- Macht (Du bist der Chef!)
- Anschluß (Ich mag dich!)
Sie sind neben den Grundmotivatoren, wie Überleben, Essen oder Schlafen der kleinste gemeinsame Nenner menschlicher Aktion.
Wie weckt man nun den Ehrgeiz, ein Ziel erreichen zu wollen? Kennt man die Vorlieben und Tabus seiner Sklavin, kann man auf ihr spielen, wie auf einer Klaviatur. Schon der Anblick einer anderen gehorsamen Sklavin, das Miterleben der Belohnung dieser Person für ihr Wohlverhalten, motiviert das Gehirn unbewußt.
Der Ankündigung einer Belohnung durch den Herrn muss die Belohnung aber auch folgen, sonst schleift sich der Reiz ab und das wichtige Vertrauen der Sklavin in ihren Herrn wird zerstört.

Die innere, "intrinsische" Motivation, Ziele zu erreichen, ist die entscheidende!

Das Führungsverhalten eines Herrn wird dort offensichtlich, wo mindestens ein Herr mit mindestens einer Sklavin miteinander interagiert.
Die Rolle des Herrn ist im wesentlichen durch zwei Aufgabenbereiche gekennzeichnet. Neben organisatorischer Aufgaben muss er sich auch mit der Menschenführung im oben besprochenen Sinn auseinandersetzen. Beide Bereiche sind eng mit der Führerrolle verknüpft und voneinander abhängig. Da wir Führung als wechselseitiges Geschehen zwischen Herrn und Sklavin verstehen, sind bei der Betrachtung verschiedene Mittel des Führenden und Motive der Geführten zu erkennen. Die Person des Herrn und/oder die gestellte Aufgabe können sich dabei als Leitmotiv erweisen.

Im Folgenden wird das Spannungsfeld zwischen autoritärem und kooperativem Führungsstil deutlich:
Die Abstufung beginnt beim autoritärsten Führungsmittel und endet beim kooperativsten und beschreibt jeweils die Motive der Sklavin, diesem Führungsmittel zu folgen.

Gewalt -> Zwang
Drohen mit Gewalt -> Angst
In seelischen Notstand setzen -> Hörigkeit
Suggestion -> Im Bann stehen
Imponieren -> Eingeschüchtert
Hervorheben der Stellung -> Gehorsam und Ergebenheit
Hervorheben der Aufgabe -> Pflichtgefühl
Versprechen von Belohnung -> Geltungsstreben
Persönliche Fürsorge -> Dankbarkeit, Treue
Ins Vertrauen ziehen -> Hilfsbereitschaft
Idealisierung der Aufgabe -> Begeisterung
Offenlegung der Motive -> Vertrauen
Begründung der Anordnung -> Einsicht
Gemeinsame Beratung -> Mitverantwortung

Autoritär führende Herren konzentrieren alle Entscheidungsbefugnisse auf die eigene Person. Sie verlangen von ihrer Sklavin völlige Unterwerfung. Die Tätigkeiten der Sklavin werden genau geplant und streng kontrolliert. Dabei wird Perfektion angestrebt.
Sie erhält nur Ausführungsanweisungen. Zweifel äußern gilt schon als Ungehorsam. Konflikte werden unterdrückt. Fehler werden mit Züchtigung, Tadel oder Beschämung geahndet. Der Ablauf komplexer Tätigkeiten wird schrittweise angeordnet, so dass die nachfolgenden Schritte ihr fast immer ungewiss bleiben.
Durch die sichtbare Überlegenheit des Herrn entwickelt sich entweder ein untertäniger Gehorsam oder passiver Widerstand. Diesen gilt es im Keim zu erkennen und durch Züchtigung zu unterbinden (s.o. Angst).

Anleitung der Sklavin im Tagesablauf schafft Abhängigkeit, Unterwürfigkeit und Fügsamkeit. Unter diesen Bedingungen wird die Sklavin keine Eigeninitiative entfalten. Der Herr muss weitere Anleitungen geben. So bleibt die Entscheidungsgewalt in seinen Händen!

Zugleich ist der Herr verpflichtet, den Schutz der Sklavin zu übernehmen. Er ist sozial für sie verantwortlich und kümmert sich fürsorglich um ihre Belange.
Weicht der Herr in Richtung kooperativer Führung davon ab, so wird dies von der Sklavin als "Abdankung der Führung" betrachtet, was unbedingt zu vermeiden ist, da der verwendete Führungsstil dazu geeignet sein sollte, die Willens- und Zieldurchsetzung aktiv zu beeinflussen.

Soweit die Wissenschaft. Es wird der autoritäre Führungsstil einseitig bevorzugt. Natürlich macht sich ein strenger Herr lächerlich, läßt er plötzlich die Zügel schleifen...
Aber bevorzugt er von vornherein den kooperativen Führungsstil, definiert er seine Stellung nicht über Angst, sondern über Vertrauen, scheint das besser zu sein.

Ich bin mal auf die Diskussion in den Kommentaren gespannt ;)
« Letzte Änderung: Mo., 12. Jul 2010, 13:48:30 by HrPeter »

Offline Raven

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Aus meiner Sicht gibt es hier nichts zu diskutieren.

Dieser Ausflug in die Tiefe eines bewusst agierenden und bewussten Herren deckt sich mit meinem eigenen Bild des Herr-Seins. Effektiv, überdacht, bedacht und verantwortungsvoll und verantwortlich. Diese Art der Menschenführung ist für mich positiv manipulativ und dient der Entwicklung von Tiefe in der Beziehung Herr/Sklavin. Für mich selbst definiere ich es als "pur" und "rein".
Leider merkt man zB am Verhalten anderer Herrn, dass diese theoretische Auseinandersetzung, geschweige denn eine aktive Um- oder Auseinandersetzung mit diesem theoretischen Unterbau nicht stattfindet. Ich denke das gerade ist aber eines der Pfeiler des (echten) Herr sein. Gegenbeispiel sind für mich die sog. Aldi - oder Dumm-Doms, bei denen die Auseinandersetzung mit Rolle und/oder Sein nicht stattgefunden hat und alles nur aufgesetzt ist. Hilfreich ist auch das Aufzeigen der Fehler eines Herrens und deren Folgen.
Als Herr sollte man auch kritisch zu sich selbst sein und zB auch seine Außenwirkung prüfen bzw. das Entstehen von Fehlern verstehen. Nur wer eine klare Zielrichtung hat kommt weiter.
Umgekehrt merkt man bei Sklavinen/Subs auch oft, dass dieses bewusste-so-sein letztendlich nicht ausgelotet ist und beim Graben in Neigungen und Vorstellungen wesentlich erweiterbar und vertiefbar ist. Die Menschenführung nach den Regeln der Kunst führt oft zu ganz erstaunlichen positiven Änderungen dabei, einem stärkeren Bewusst werden bei der Sklavin/Sub Denke und Gefühlswelt. In einer 24/7 Beziehung führt das auf beiden Seiten erst zu einer richtiger Erfüllung auf beiden Seiten.

Alles in allem beleuchtet Dein Beitrag die Zusammenhänge sehr exakt. Nicht jeder hat zB durch seine berufliche Ausbildung Einsichten in Menschen- oder Mitarbeiterführung.
Tatsache ist, möchte ich bestimmte Level im Zwischenmenschlichen erreichen, sollte ich die Hintergründe kennen und verstehen. Dann ist Führen und Formen wesentlich einfacher und effektiver.
Die psychologische Führung ist nicht nur einfacher sondern auch wesentlich lang anhaltender.

Danke für einen guten Beitrag!

Gruß RAVEN
In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst! (Augustinus)
"Freiheit erlaubt einer Frau ohne Mann zu leben. Sklaverei lässt eine Frau die Berührung des Mannes brauchen."

Online Herr_der_O

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Hallo HrPeter,
langer Text und viele Dinge, die du aus meiner Sicht gut erklärt hast.
Das Beste kam jedoch zum Schluss und deswegen möchte ich mich jetzt mal auf folgendes beziehen:

Zitat
Soweit die Wissenschaft. Es wird der autoritäre Führungsstil einseitig bevorzugt. Natürlich macht sich ein strenger Herr lächerlich, läßt er plötzlich die Zügel schleifen...
Aber bevorzugt er von vornherein den kooperativen Führungsstil, definiert er seine Stellung nicht über Angst, sondern über Vertrauen, scheint das besser zu sein.


Mal zum autoritären Führungsstil: es mag Situationen geben, beispielsweise wenn ein Soldat oder Polizist vor einem bewaffneten Gegner steht, dann kann und muß er autoritär Reagieren. Das ist dann aber auf den konkreten Anlaß, eine Extremsituation bezogen, und zeitlich befristet und dient eigentlich nur dem , schlimmere Dinge zu verhindern. In diesem Fall ist ein autoritärer Führungsstil angemessen und erforderlich.
Auf eine Herr / Sklavin- Beziehung bezogen ist der autoritäre Führungsstil absolut fehl am Platz. Ich möchte den mal sehen, der 24 Stunden lang die Skavin runterknechtet, keinen Moment die Kontrolle verliert, und dabei selbst noch was von hat ( es sei denn er sei ein Sadist, aber sowas gibt mir persönlich gar nichts). Und dann kommt der Herr ganz sicherlich irgendwann mal an den Punkt, wo er die Kontrolle verliert, die Zügel schleifen lässt und sich lächerlich macht. So etwas kann auf Dauer nicht funktionieren und so etwas lehne ich in einer Herr / Sklavin- Beziehung ab.

Anders herum beim kooperativen Führungsstil: da sind 2 MENSCHEN auf einer Augenhöhe. Es findet ein ständiger Dialog statt. Sagen wir jetzt einmal, die Sklavin gibt sich ihrem Herrn hin. Und er nimmt diese Hingabe an. Diese Hingabe BEKOMMT der Herr jetzt erst mal, und gibt zurück das Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit. - Ein Gegenseitiges Geben und Nehmen -
Durch den ständigen Dialog ist diese Beziehung aber in der Lage, sich zu verändern und auch je nach Gegebenheit irgendwelchen äußeren Rahmenbedingungen anzupassen.
Durch die grundsätzliche Übereinstimmung ist es nicht erforderlich, ständig Druck auszuüben, aber es kann ebenso möglich sein, Strafen zu ermöglichen. Weil das vorher vielleicht auf einer Augenhöhe miteinander vereinbart worden ist, und damit nichts mehr mit autoritär zu tun hat.
Solche Dingen begegnen sich überwiegend auf einer Verstands- und Gefühlsebene.

Für mich ist eine dauerhaft funktionierende Herr / Sklavin- Beziehung über einen autoritären Führungstil nicht denkbar, wohl aber über den kooperativen Führungsstil, ohne dass dabei unbedingt die Dominanz des Herrn geschmälert wird. Man möge mich jetzt ruhig für ein "Weichei" halten..... :) , ich steh gern darüber, aber es ist mir so lieber....

Gruß, HdO
"Es ist nicht verkehrt, Menschen zu führen.
Es ist nur verkehrt, wenn der falsche Mensch führt."

Offline MoE

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Hallo zusammen, Hallo HrPeter!

Irgendwie kommt mir Dein text zumindest inhaltlich vertraut vor, und einmal mehr kommt man zu dem Schluß, daß das, was es ganz generell zum Thema Menschenführung (in hirarchischen Systemen) zu sagen und zu beachten gilt, größtenteils auch auf das Verhältnis zwischen Herr und sklavin (oder ähnliche gelagerten Beziehungsmodellen) anwendbar ist.

Gemeinsam ist diesen und diesem Text auch, daß die Theorie sehr nüchtern klingt und es letztlich natürlich auch ist und sein muß.

Doch auch wenn das alles gut und richtig ist, liegt aber gerade im emotionalen Moment dieses Geschehens sowohl die Tücke, als auch der "Himmel auf Erden".
Das ist der Moment, wo die Kalkulierbarkeit endet - und die Verantwortlichkeit ihren Usprung nimmt.
Führung ist ohne Verantwortung undenkbar, gerade WEIL das Ergebnis nicht die Summe simpler mathematischer Berechnung ist und es daher auch kein ebenso klares "richtig" oder "falsch" geben kann. Und eben dafür - da also, wo man den Boden des sicheren "richtig" oder "falsch" verlassen muß, ist die Verantwortung, das verantwortliche Handeln gefordert.

Theoretische Betrachtungen dieser Art bilden sicher die Grundlage, die zu verlassen man sich gut überlegen sollte. Und doch gibt es für alles auch Ausnahemn der Regel, Mischformen zwischen zwei Polen und vieles andere mehr, für das klare - und daher einfache - Verhaltensregeln fehlen.
So zum Beispiel das polarisierend wirkende "autoritärer" gegen "kooperativer Führungsstiel", für das es in ein und der selben Beziehung mal für das eine, mal das andere gute Gründe geben kann und sogar der Verzicht auf Führung im Einzelfall geboten sein kann.

LEIDER ist es im Leben eben nicht so einfach, wie es die Theorie einem Glauben machen kann ...
*lächelt*

LG
Markus
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HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Online Herr_der_O

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Hallo Markus,
mal auf das bezogen:
Zitat
Theoretische Betrachtungen dieser Art bilden sicher die Grundlage, die zu verlassen man sich gut überlegen sollte. Und doch gibt es für alles auch Ausnahemn der Regel, Mischformen zwischen zwei Polen und vieles andere mehr, für das klare - und daher einfache - Verhaltensregeln fehlen.

Ich denke, es ist auch gut so, dass es dafür keine Verhaltensregeln gibt, sie würden das Nachdenken, Verwantwortung tragen, und das -aufeinander eingehen- ersetzen. Jeder Tag ist anders.

Und auf das bezogen:

Zitat
Und eben dafür - da also, wo man den Boden des sicheren "richtig" oder "falsch" verlassen muß, ist die Verantwortung, das verantwortliche Handeln gefordert.

Ist es nicht gerade das, was die Sache so faszinierend macht? Sich auf eine Sache einlassen, wo es kein Netz und sicheren Boden gibt, und wo man am Ende erkennt, wer man selbst ist und wer der andere ist? Ob man selbst die Verantwortung tatsächlich tragen kann und dem anderen so geben kann, was er eigentlich will?

Gruß, HdO
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Offline MoE

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Schon richtig, HdO.

Und schon rückt bei manchen Leuten Beruf und Privatleben an unerwarteter Stelle wieder nahe zusammen, nicht? *lacht*

Eine Amerkanerin hat´s in einer Diskussion vor Jahren mal so ausgedrückt:

Zitat von: kaylee, damals noch Gabriel´s kajira
"Being a kajira is something between being married and being in the army."


Davon abgeleitet könnte man für die Herren postulieren, daß das "Herr sein" irgendwo zwischen dem Ehemann und dem militärischen Führer anzusiedeln wäre.

Ich glaube, da ist was dran.

Ne Parallele ist dementsprechend auch, daß sich erst im Verlauf und am Erfolg des "Gefechts" letztlich entscheidet, ob die richtigen Führungsentscheidungen getroffen wurden.
Dafür kann man zwar Dinge für sinnvoll oder für abwegig halten, aber wer weiss das schon wirklich vorher ...

Und für beide gilt, daß nicht nur das System aus Befehl und Gehorsam trägt, sondern vor allem die Fürsorgepflicht des "Vorgesetzten" den langfristigen Bestand ausmacht, und daher integraler Bestandteil seiner Führungsverantwortung ist.

LG
Markus
« Letzte Änderung: Di., 13. Jul 2010, 10:38:21 by MoE »
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Offline MoE

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Und noch etwas fällt mir am Eingangs-Posting, aber auch an HdO´s Beitrag gerade auf:

HrPeter schriebt im ersten Abschnitt, daß Menschen sich quasi automatisch gegenseitig einschätzen. Daran macht man nicht nur die Position des anderen, sondern vor allem das Verhältnis der eigenen Position zu diesem fest.

Daraus ergibt sich, daß es fast zwangsläufig bei allen Begegnungen zwischen Menschen zu einer Positionierung kommt, die einer Verhältnisbildung "auf exakter Augenhöhe" nur selten mal entspricht.

Es besteht also sehr schnell in allen Interaktionen - überspitzt dargestellt - ein "oben" und ein "unten".

Diese aber wahrzunehmen und - vor allem von "Unten" - auch zuzulassen und zu akzeptieren, entspricht in unserer Gesellschaft nicht mehr unbedingt der landläufigen Sozialisierung. Etwas, was nicht nur Lehrer und Polizisten in zunehmendem Maße beklagen.
Dabei könnte diese Akzeptanz so mache unnötigen Reibereien und manchen Unfrieden vermeiden helfen ...

Auch anders herum ist das so, wenn auch nicht ganz so augenfällig, von den Auswirkungen her aber mindestens ebenso wichtig:

Wenn einem die dominat(er)e, führnende Position dabei zukommt, sollte man auch Willens und in der Lage sein, die Führungsaufgabe und -Verantwortung anzunehmen und auszufüllen. Das ist es nämlich, was der, der sich als untergeordnet wahrnimmt (also bereit ist, sich führen zu lassen), dann auch erwartet.

Nicht selten aber werden diese Erwartungen dann enttäuscht:

Wenn der Schwerkunkt nur auf der Beeinflussung der Positionswahrnehmung liegt - dem schönen Schein - nicht aber darauf, dafür Sorge zu tragen, daß das auch mit Substanz und Inhalt, TAT(!)-Kraft, Führungsfähigkeit und -Willen gefüllt wird, trägt es natürlich mindestens ebenso zum Niedergang solcher Systeme bei, weil für die Geführten dann natürlich das Vertrauen, sowohl
- in die Führungsfähigkeit des anderen, aber auch
- in die Verlässlichkeit eigene Positionseinschätzung
verloren geht.
Dieser muß das Gefühl, besser noch das Wissen haben können, sich "in der Hand" des anderen gut aufgehoben und sicher und kompetent geführt zu sein.

Das gleiche Prinzip findet sich m.E. auch in D/s-Beziehungen (fast) ohne Abwandlung wieder.

Beispiele dafür kennt vermutlich jeder aus dem eigenen schulischen oder beruflichen Leben, bei dem sich Vorgesetzte oder Lehrer versuchen, lediglich auf ihr Amt, ihren Dienstgrad oder auf ihr imposantes Aussehen abstützen, aber inhaltlich hinter den Erwartungen, die sie damit wecken zurückbleiben.
Auf diese Weise wird ein jeder Führungsanspruch unglaubwürdig, der Führende vertrauensunwürdig und das Positive an solchen Strukturen - für beide Seiten - wird dadurch nicht mehr erlebbar und gerät in Vergessenheit. Er wird ihrer Sinnhaftigkeit für beide Seiten beraubt.

Sehr Schade!

Unsere Aufgabe muss es also sein, in diesem Punkt so weit wie eben möglich Beispiel im Positiven zu liefern, bei denen der Inhalt mindestens so gut ist, wie der äußere Schein oder Anspruch. Nur so kann sich der/die Geführte in ihrer Position(-seinschätzung) und in ihrem Vertrauen in den, der die Führung übernehmen soll, bestätigt finden.

Ich glaube, daß nur so ein solches Konstrukt tragfähig und belastbar ist.

Denn für mich steht auch heute noch absolut fest, daß
man auf den zu hören bereit ist, der etwas zu sagen hat.

Das aber entscheidet sich letztlich auf der inhaltlichen Ebene, weder am Anschein, noch an Amt oder Anspruch!

LG
Markus
« Letzte Änderung: Di., 13. Jul 2010, 10:41:25 by MoE »
Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen. (Dieter Reitmeyer)
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HrPeter

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Hallo :)
Sehr schön, Markus, deine Gedankenkette, rein aus dem ersten Eindruck bei einer Begegnung entwickelt!
Soweit war ich nicht, demnach ist dein Beitrag eine Bereicherung des Themas. Ich hatte oben nur ausgesagt, dass das Gehirn automatisch - völlig unbewusst - Menschen, die einem über den Weg laufen in Schubladen steht. Nach Aussehen, Geruch und Gestik taxiert. Lässt man sich dann auf einen Menschen ein, beginnt ein Gespräch, hört die Ansichten, verbindet sie mit der Gestik des Gegenübers, erkennt man langsam die Authensität des anderen. Sympathie oder Antipathie aus dem ersten Eindruck vertiefen sich meist. Selten werden sie revidiert.

Zum autoritären Führungsstil hat Gerrit vor kurzem über das Brechen der Persönlichkeit der Sklavin und dem Aufbau einer neuen, genehmen Persönlichkeitsstruktur sinniert. Da hatte ich beim Lesen sofort die Assoziation einer Militärakademie. Dort werden junge Männer und Frauen so weit auseinander genommen, bis sie marionettenhaft funktionieren. Dann werden ihnen neue Ideale einoktriniert.
*lach* sorry, in diesem Zusammenhang fällt mir eine Episode während des Formaldienstes beim Bund ein: Marsch in der Gruppe sollte geübt werden, damit keiner über die Beine eines Anderen stolpert oder gar über seine eigenen, und trotzdem die Gruppe schnell von A nach B kommt. Wir marschieren also zu dritt nebeneinander und zu sechst hintereinander mit genau den gleichen Bewegungen. Ich mußte irgendwann eine respektlose Bemerkung dazu machen. Ich brauchte "Luft". Der Unteroffizier bekam das mit.
"GANZE ABTEILUNG HAAALT! LIIINKS UMMM!"
Der Uffz marschiert die Reihe ab. Bei mir angekommen:
"HERR GEFREITER XY, DRREHN SIE SICH MAL UMM!"
(Die korrekte Ausführung des Befehls wäre: Linken Fuss vom Boden, rechte Ferse vom Boden, Schwung nehmen und eine 180° Drehung - dann hätte ich ihm den Rücken zugekehrt!! Mir in den Hintern treten lassen?? NIE!! Er hat mir einen Befehl gegeben, aber die Handlungsanweisung nicht mitgeliefert, also hab ich eine kleine Gestaltungsfreiheit: Ich hab in beschriebener Weise eine Piroette gedreht, eine 360° Drehung. So stand ich wieder vor ihm mit Unschulsmiene - er schüttelt kurz den Kopf und geht weg.
"GANZE ABTEILUNG REEECHTS UMM! VORRRWÄRTS MARRRSCH!"
Alles um mich herum feixt.

Eine Herr/sklavin-Beziehung kann ich gut mit einer autoritären Vater-Tochter-Beziehung, oder falsch: einer manipulierenden Vater-Tochter-Beziehung vorstellen. Mal zärtlich, mal streng, immer auf Linie halten und sie dahin führen, wo man sie hin haben will. Ruhig viel loben, aber auch zur Ordnung rufen, wenn der Weg verlassen zu werden droht.

Hier ist der von Raven beschriebene bewußt agierende Herr gefragt. Denn ein Ziel muss formuliert werden, Zwischenziele benannt werden und die Erreichung kontrolliert werden. Jeder verantwortungsbewußte Vater macht das mehr oder weniger

Offline MoE

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Die Assoziationen zwischen militärischer Führungsverantwortung und D/s ist mir damals schon gekommen, als ich mich mal quasi aus ergotherapeutischen Gründen ausufernd und auch leider nicht sehr diskussionsanregend mit den Grundlagen für D/s-Beziehungen auf der Seite der Herren (hier im Archiv für registrierte Mitglieder noch zu finden) auseinandergesetzt habe. Wenn Du so etwas kennst (egal ob vom "Bund", der Feuerwehr, der Polizei oder ähnlichen hierarchisch strukturierten Organisationen), wird Dir sicher vieles vertraut erscheinen. Für mich lag das nahe, weil ich eine entsprechende jahrzehntelange Sozialisierung in diese Richtung mit mir "rumschleppe".

Aber wenn auch vieles ähnlich ist, einen grundlegenden Unterschied gibt es doch:

Die Regelungen für militärisches Führen sind für im Prinzip für eine Gruppe gleichartiger Individuen gestrickt. In D/s-Beziehungen ist das weit überwiegend nicht so:
Da gibt es Männer und Frauen, und damit so einiges an interindividuellen,  grundsätzlichen Unterschieden zwischen Führer und Geführter. *schmunzelt*
Es reicht also nicht, sich selbst zu kennen.
Letztere - so habe ich das immer empfunden - funktionieren einfach irgendwie anders und dementsprechend ist es auch nicht zulässig, einfach von sich auf sie zu schließen. Man muss sich (ähnlich wie bei der Öffnung der Laufbahnen für Frauen beim Bund - da war auch erst mal vieles nicht mehr, wie es vorher war und ist es bis heute nicht *grummelt*) ganz bewusst mit dieser "anderen Sorte" Mensch auseinandersetzen und sich mit ihr vertraut machen.

LG
Markus
« Letzte Änderung: Di., 13. Jul 2010, 19:07:46 by MoE »
Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen. (Dieter Reitmeyer)
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Online Herr_der_O

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Hallo Markus,
mal auf das bezogen:
Zitat
Daraus ergibt sich, daß es fast zwangsläufig bei allen Begegnungen zwischen Menschen zu einer Positionierung kommt, die einer Verhältnisbildung "auf exakter Augenhöhe" nur selten mal entspricht.

Es besteht also sehr schnell in allen Interaktionen - überspitzt dargestellt - ein "oben" und ein "unten"


Klar gibt es in allen Interaktionen ein "oben" oder "unten", bzw. eine Verschiebung des Machtgefälles. Gerade im D/S-Bereich. Aber mit "auf einer Augenhöhe" wollte ich eigentlich ausdrücken, dass sich dadurch von mir aus nichts verändert in Richtung Achtung und Respekt dem anderen Menschen gegenüber.

Und darauf bezogen:
Zitat
Und für beide gilt, daß nicht nur das System aus Befehl und Gehorsam trägt, sondern vor allem die Fürsorgepflicht des "Vorgesetzten" den langfristigen Bestand ausmacht, und daher integraler Bestandteil seiner Führungsverantwortung ist.

1 : 1 auf eine D/S- Beziehung übertragbar, und der Schlüssel zum Erfolg. Manchmal hilft es, wenn man "dienstlich" schon mal etwas üben konnte.... :)

Gruß, HdO
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Offline in-es-

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Werte Herren :-)

Ich hab leider nur kurz Zeit, und eigentlich will ich auch Eure wissenschaftlichen militärischen Abhandlungen nicht weiter stören, aber…
Nur eine Frage hab ich.

Wie passt das hier:

Zitat von: HrPeter
Autoritär führende Herren konzentrieren alle Entscheidungsbefugnisse auf die eigene Person. Sie verlangen von ihrer Sklavin völlige Unterwerfung. Die Tätigkeiten der Sklavin werden genau geplant und streng kontrolliert. Dabei wird Perfektion angestrebt.
Sie erhält nur Ausführungsanweisungen. Zweifel äußern gilt schon als Ungehorsam. Konflikte werden unterdrückt. Fehler werden mit Züchtigung, Tadel oder Beschämung geahndet. Der Ablauf komplexer Tätigkeiten wird schrittweise angeordnet, so dass die nachfolgenden Schritte ihr fast immer ungewiss bleiben.
Durch die sichtbare Überlegenheit des Herrn entwickelt sich entweder ein untertäniger Gehorsam oder passiver Widerstand. Diesen gilt es im Keim zu erkennen und durch Züchtigung zu unterbinden (s.o. Angst).

Anleitung der Sklavin im Tagesablauf schafft Abhängigkeit, Unterwürfigkeit und Fügsamkeit. Unter diesen Bedingungen wird die Sklavin keine Eigeninitiative entfalten. Der Herr muss weitere Anleitungen geben. So bleibt die Entscheidungsgewalt in seinen Händen!


mit dem hier

Zitat von: HrPeter
Eine Herr/sklavin-Beziehung kann ich gut mit einer autoritären Vater-Tochter-Beziehung, oder falsch: einer manipulierenden Vater-Tochter-Beziehung vorstellen. Mal zärtlich, mal streng, immer auf Linie halten und sie dahin führen, wo man sie hin haben will. Ruhig viel loben, aber auch zur Ordnung rufen, wenn der Weg verlassen zu werden droht.


zusammen?

Von der Sinnhaftigkeit der Aussage/n im Herr/sklavin Kontext mal abgesehen, würde ich es doch fatal finden, wenn sich in der ersten Darstellung Parallele zur Vater/Tochter Beziehung zeigen.  Kaum auszudenken, wie sehr sich Kinder in dem Fall zu gestörte Erwachsene entwickeln. Selbst das zweite Zitat (insgesamt der manipulative Führungsstil) spiegelt hoffentlich nicht das wieder, was eine Vater/Tochter ausmacht. Oder?

Außerdem sei es mir noch gestattet, (?) zu erwähnen, dass ich mich wundere.
Ich wundere mich über Eure Auffassung zur Führung. Sei es jetzt die autoritäre oder kooperative (manipulative) Führungsweise, wie sie hier geschildert wird.
Leider ist zu viel zusammen gekommen, so, dass ich im Einzelnen gar nicht darauf eingehen kann.
Einige gute Ansätze waren dabei, die ich durchaus unterstreiche. Aber insgesamt würde ich diesen Führungsstil, der hier allgemein beschrieben wird, nicht mal beim Militär begrüßen, geschweige denn in einer Beziehung, in der es auch um Liebe geht.
Dabei denke ich nicht nur an die sklavin, nein, auch an den Herrn, der das, worüber hier debattiert wird, niemals in der Realität umsetzen könnte. 
Wenn doch, sage ich nur:
Arme sklavin
und vor allem
armer Herr, der vor lauter Führung nie dazu kommt, auch mal zu entspannen und sich ganz_normal bedienen zu lassen.   ;)

Lg ines
die sich freuen würde, wenn die sklavin hier nicht als naives, dummes Wesen dargestellt wird, was man so leicht und plump manipulieren könnte. 
... und die hofft, dass es auch noch sklavinnen gibt, die von sich aus, oder weil_sie_submissiv und devot sind, dienen und gehorchen.

« Letzte Änderung: Mi., 14. Jul 2010, 09:49:45 by in-es- »
Schau was Du tust, und Du weißt, was Du willst.

Offline MoE

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Hallo ines,

zu den Zitaten von HrPeter mag es selbst Stellung nehmen. Meine von der seinen abweichende Meinung insbesondere zum Mitteleinsatz, die sich im Übrigen auch weitgehend mit denen von HdO deckt (s.o.), sind hier im Forum hinlänglich nachlesbar.

Zitat von: ines
Leider ist zu viel zusammen gekommen, so, dass ich im Einzelnen gar nicht darauf eingehen kann.


Ausserordentlich Schade, denn so lässt sich Deine für Deine Verhältnisse ungewöhnlich wenig differenzierende und verallgemeinernde Kritik leider weder im Einzelnen zuordnen noch beantworten.
Ganz allgemein beantwortet stehe ich aber dazu, daß soche Dinge sinnvolle Regelungen sind, die auch in Gefällebeziehungen ihre Berechtigung haben. Allerdings auch dann mit allen Nebenelementen, die z.B. auch in modernen Armeen üblich sind und von denen die o.e. Fürsorge nur eines ist. Dieses Thema halte ich für wichtig. Es liegt mir am Herzen und ich freue mich, daß sich darüber auch mal ein Gespräch entwickeln unter denen, die´s denn letztlich auch tun wollen.
Diese Thematik ist sicher in ihrer Gesamtheit von Wissen und Erfahrung ziemlich komplex. Das Wissen zusammenzutragen und es, was noch wichtiger ist, in den Alltag so einflissen zu lassen, daß es einem in "Fleisch und Blut" übergeht, dauert selbst bei Leuten, die das beruflich tun mindestens mehrere Jahre, bevor es "wie von selbst" läuft.
Aber ich finde, daß sich das lohnt.
Die (nur theoretische) "perfekte sklavin" wächst ja schließlich auch nicht am Baum und fällt einem "reif" in die Hand.

Zitat von: ines
armer Herr, der vor lauter Führung nie dazu kommt, auch mal zu entspannen und sich ganz_normal bedienen zu lassen.

Keine Sorge, wir kommen nicht zu kurz. Wenn Führung in obigem Sinne funktioniert, ist sie etwas sehr schönes, wenig aufwendiges und spannungsarmes und gerade auch für die Entspannung/ Bedienung zu sorgen, dann auch nicht mehr schwer. ;-)

Zitat von: ines
Lg ines
die sich freuen würde, wenn die sklavin hier nicht als naives, dummes Wesen dargestellt wird, was man so leicht und plump manipulieren könnte.
... und die hofft, dass es auch noch sklavinnen gibt, die von sich aus, oder weil_sie_submissiv und devot sind, dienen und gehorchen.


Ersteres habe ich nirgendwo hier gelesen. Warum Du es dennoch rausgehört hast, kannst nur Du wissen.
Bei Letzterem teile ich Deine Hoffnung. In einigen - wenigen - Fällen kenne ich sogar welche. ;-)

LG
Markus
« Letzte Änderung: Mi., 14. Jul 2010, 10:37:52 by MoE »
Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen. (Dieter Reitmeyer)
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)

Offline in-es-

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Hallo Markus

oh, ich differenziere schon, aber hier hab ich erstmal nur meinen Eindruck, der durch die Gesamtheit der Beiträge entsteht, beschrieben. Die Wirkung nach außen, nenne es also nicht Kritik, was ich vortrage, sondern Rückmeldung. ;-)

Nachdem ich mir vorhin für heute Freiraum verschafft habe (zeitlich) nun noch ein paar Gedanken dazu.

Einige Ansätze von Dir und Herr der O trösten mich, wenigstens noch ein bisschen realer Boden unter all der Theorie.
Doch was nützt das, wenn man das Wesentliche unkritisch im Raum stehen lässt, wo ich mir gerade bei Euch, die ihr ja hier "fachsimpelt" ein bisschen mehr Reflektion erhofft habe.

Von dem, was ich in meinem letzten Posting zitiert habe, mal abgesehen...
Ich war nicht beim Militär, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass deutsche Männer, die zum Bund gehen, dort gebrochen werden.
Von welchem Militär reden wir denn hier?
Ich weiß es nicht mehr, nachdem geschrieben wurde:

Zitat von: HrPeter
Zum autoritären Führungsstil hat Gerrit vor kurzem über das Brechen der Persönlichkeit der Sklavin und dem Aufbau einer neuen, genehmen Persönlichkeitsstruktur sinniert. Da hatte ich beim Lesen sofort die Assoziation einer Militärakademie. Dort werden junge Männer und Frauen so weit auseinander genommen, bis sie marionettenhaft funktionieren. Dann werden ihnen neue Ideale einoktriniert.


Wenn es so oder so ähnlich beim Bund abläuft, muss ich mich doch wundern, dass dieses gebrochen_werden gar keine Auswirkungen auf das Leben nach dem Bund zu haben scheint. Ganz im Gegenteil. Gebrochene Persönlichkeiten, die neu zusammengesetzt wurden, um zu funktionieren, wollen also in Beziehungen ganz dominant und selbstbewusst die Führung übernehmen?

Zitat
Keine Sorge, wir kommen nicht zu kurz.

 

Oh, da bin ich mir nicht so sicher, wenn es denn so laufen soll, wie hier geschildert.
Was ist den Herren eigentlich lieber?
Ein autoritärer Führungsstil, wo man darauf achten muss, die Zügel nie schleifen zu lassen, (man stelle sich das in der Realität vor)
oder eine manipulativer Führungsstil, wo es darum geht, seine ganze Konzentration darauf zu richten, sub zu manipulieren, immer im Zugzwang mit dem Alltag, der die sklavin vielleicht dazu bringt, selbst zu denken oder sich womöglich auch unabhängig vom Herrn zu entwickeln. Ganz zu schweigen von erwachsenen Frauen, die SO leicht, wie hier beschrieben, nicht mehr zu manipulieren sind.

Egal über welche Führung hier gefachsimpelt wird, die Einflüsse von Nähe/Distanz, die ganz wesentlich sind, wenn man sich an Führung heran wagt, wurden hier gar nicht erwähnt. Und wenn, dann nur kurz angeschnitten, indem man wenigstens ab und zu das Wort "Emotion" im Gespräch einfließen ließ.

Ich würde nicht sagen, dass Führung in einer D/s Beziehung so gar keine Rolle spielt, aber ich finde es befremdlich, wenn sie denn eine so primäre Rolle spielen sollte, wie hier geschildert...
... wenn man bedenkt, dass es um dominant/submissive Konstellationen geht, wo sich beide in erster Linie ergänzen. (?)
Was ist das eigentlich für eine sklavin, die erst manipuliert werden muss, um sklavin zu sein? Wo bleibt da noch die Natur der sklavin?
Und die Herren, die die Beziehung ineinander greifen lassen, wo jeder sich selbst auslebt, ohne dass man Manipulation als Antriebsfeder einer funktionierenden sklavin (oder D/s Beziehung) sieht,
.. die Herren, die als dominant und übergeordnet von ihren sklavinnen wahr genommen werden, (mit entsprechender Wirkung)  weil sie es SIND, und nicht, weil sie autoritär oder manipulativ führen, sind keine echten Herren? Das sind Dumm, - oder Aldidoms?

Zitat von: MoE
Zitat von: in-es-
die sich freuen würde, wenn die sklavin hier nicht als naives, dummes Wesen dargestellt wird, was man so leicht und plump manipulieren könnte.

 

Ersteres habe ich nirgendwo hier gelesen. Warum Du es dennoch rausgehört hast, kannst nur Du wissen.


Das wurde auch so nicht geschrieben, aber das kommt unterm Strich bei raus.
Was für ungefestigte sklavinnen sollen das denn sein, wenn man sie mit den Mitteln und vor allem in dem Ausmaß manipulieren kann, wie hier geschildert?
Bei all den theoretischen Grundlagen über Führung und Wirkung sollte man vielleicht mal in Erwägung ziehen, dass (ich sagte es bereits) erwachsene Menschen in der Regel nicht SO leicht manipulierbar sind.
Zum manipulieren gehören immer zwei.
Hier wurde aber das Ganze sehr einseitig aufgezeigt. Die Wirkung bei der sklavin wurde in idealisierten  Tönen beschrieben, die SO selten in der Praxis funktionieren. 
Und wenn sie denn funktionieren, dann nur, weil sklavin bissel naiv bzw. unreif ist.
Bei einer reifen, erwachsenen Frau, die im Leben selbst_bewusst auf beiden Beinen steht, gehört ein bisschen mehr dazu, als das, um was es hier ging.
So meine Meinung.

Eine Frage habe ich:
Gibt es eigentlich noch einen anderen Führungsstil, als die, die hier beschrieben wurden? 

lg ines
« Letzte Änderung: Mi., 14. Jul 2010, 12:23:29 by in-es- »
Schau was Du tust, und Du weißt, was Du willst.

Offline in-es-

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Vielleicht noch ein Zusatz

Zitat
Es liegt mir am Herzen und ich freue mich, daß sich darüber auch mal ein Gespräch entwickeln unter denen, die´s denn letztlich auch tun wollen.


Ich bin auch ein Fan solcher Themen, Markus. Sonst hätte ich mich hier gar nicht eingeklinkt. Insbesondere, weil ich mich auch mit Führungsinhalten und deren Wirkung befasse.
Aber meine Begeisterung findet ihre Grenzen, wenn man unterm Strich, also in der Gesamtheit, keinen Bezug mehr zur Realität herstellen kann.  Und das war bei mir - hier - leider der Fall.
Überzeugt mich doch einfach, rein fachlich und wissenschaftlich, welche Art der Führung in einer D/s Beziehung funktionierend einfließen kann. Vielleicht auch mit Beispiele, die realistisch nachvollziehbar sind.
Ich stehe dem Thema mehr als nur offen gegenüber. 

ines
die schon alleine deswegen nicht auf alle Details hier eingehen kann, weil das den Rahmen dessen sprengt, was meine Zeit und meine Fingerfertigkeit her gibt. ;-)
Schau was Du tust, und Du weißt, was Du willst.

HrPeter

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Ups :) das von mir eröffnete Thema nährt sich, wie im Titel beschrieben, aus dem Skript meines Profs aus den 70ern, der zur betrieblichen Personalführung referiert hat (ich hab die Termini "Vorgesetzter/Mitarbeiter" nur durch "Herr/Sklavin" ersetzt und den Kontext etwas angepasst. Der Mann schnitt den kooperativen Führungsstil kurz an, redete ansonsten aber über den autoritären Führungsstil (wie zwei gegensätzliche Pole), den er bevorzugte, weil ohne Umwege zielführend. Dann erhielten wir beim Bund die Broschüre "Kameraden führen", die auch auf den autoritären Führungsstil setzt (im Gefecht ist keine Zeit für Diskussionen). Das die Vorgesetzten auch eine FürsorgePFLICHT haben ist unbestritten.
Das Brechen der Persönlichkeit in Militärakademien kenne ich nur aus den Medien und hier nur aus den USA. Andere Staaten verfahren sicher ähnlich bei der Ausbildung ihres Offiziersnachwuchses. Was ich als Wehrpflichtiger beim Bund erlebt hab - nun ich bin in Gedanken kurz abgeschweift.
Was hat mir dieses Fundament im Privatleben gebracht?
Hier das Beispiel MEINER Vater-Tochter-Beziehung (manipulativ ist bei dir vielleicht negativ befrachtet,in-es-, doch was ist folgendes denn objektiv?): nur das Ergebnis zählt!
Meine Tochter stand in meiner Fürsorge, die ich total ernst nahm: Sie brauchte nichts tun für Nahrung, Wohnung, Kleidung. Sie damit zu versorgen ist MEINE Aufgabe. Sie bekam Taschengeld vom ersten Schultag an zu ihrer freien Verwendung. Brauchte darüber keine Rechenschaft abzuliefern.
ICH erwartete gute Noten in der Schule. Als Anreiz erhielt sie zusätzliches nach Noten abgestuftes Geld. Ich war ständig für sie erreichbar, wenn sie Fragen hatte, egal was sie auf dem Herzen hatte (Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten). Ich hab mit ihr geübt, die Hausaufgaben kontrolliert, viel Zeit in sie investiert. Ich hab ihr aber nie die Lösung eines Problems genannt, sondern den Lösungsweg gezeigt und sie dann selbst machen lassen. Wo es mehrere Lösungswege gab (bei zwischenmenschlichen Problemen), hab ich ihr gesagt: Du kannst das so machen, das führt zu dem Ergebnis oder so, das führt dann zu dem Ergebnis. Genau das hat sie mir später vorgeworfen, dass sie nämlich ihren eigenen Grips anstrengen mußte, oft hätte sie gerne von mir nur einen Weg in die Zukunft gezeigt bekommen.
Ich bin mit ihr zu Ärzten und in Krankenhäuser gefahren, als das nötig wurde, hab an ihrem Bett gesessen. Bin mit ihr zur Belohnung in Kinos und Freizeitparks bis sie eigene Wege ging.
Ergebnis? Sie hat jetzt einen höheren Abschluss als ich ihn hab...
Ich sprach oben von Lebens-Ziel festmachen, Zwischenziele definieren, die Erreichung kontrollieren, loben, belohnen, motivieren....
Und wenn man sieht, dass der pubertierende Mensch vom Weg abzukommen droht (Nullbock-Stimmung, wo dringend was erledigt werden muss, beim Amt oder so), dann muss man doch mal eine Strafe hervorholen, die augenblicklich gefühlt wird - und schon ist sie wieder in der Spur.
« Letzte Änderung: Mi., 14. Jul 2010, 14:25:55 by HrPeter »